Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Mögliche Komplikationen

Natürlich kann es auch bei Stomaanlagen zu Komplikationen kommen. Beobachten Sie Ihren Körper gut, damit Sie rechtzeitig reagieren können. Keiner kennt Ihre Stomaanlage besser als Sie selbst. Je früher Sie Veränderungen erkennen, desto besser können Sie Probleme vermeiden und Fachpersonen zur Beurteilung oder Behandlung hinzu ziehen. Verengungen oder Verschiebungen können Hinweise auf ernste Komplikationen sein.

Dies ist die häufigste Art der Komplikation. Sie tritt meistens im Zusammenhang mit einer zu gross gewählten Ausschnittsöffnung an der Hautschutzplatte oder durch Unterwanderung des Hautschutzmaterials mit Ausscheidungen auf. Informieren Sie umgehend Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten.

Vorbeugung: Passen Sie die Öffnung (Ausschnitt) der Hautschutzplatte genau an und wechseln Sie regelmässig die Stomaversorgung.

Juckreiz, Hautrötungen und eventuelle Schmerzen sind Zeichen von Allergien. Sie werden meist von den an der Versorgung beteiligten Materialien. Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten.

Vorbeugung: Allergien vorzubeugen ist schwierig. Sie können aber zum Beispiel, wenn möglich, latexfreie Produkte wählen.

Die Unterscheidung von einer Allergie ist schwierig, da Pilzerkrankungen meist mit ähnlichen Symptomen auftreten (Juckreiz, Hautrötungen und Brennen). Während eine Allergie meist auf den betroffenen Bereich begrenzt ist, tritt die Pilzerkrankung «satellitenartig gestreut» und diffus auf. Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten.

Vorbeugung: Die Stomahygiene ist das A und O. Führen Sie zudem regelmässig Versorgungswechsel durch.

Häufig ist das unsachgemässe Entfernen der Haare (Rasur) Grund für eine Haarbalgentzündung. Die Hautirritation ist das Resultat des versehentlichen Ausreissens der Haare beim Versorgungswechsel. Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten.

Vorbeugung: Kümmern Sie sich um eine gute Stomahygiene und rasieren Sie sich regelmässig.

Die Hernie ist die häufigste Komplikation nach einer Stoma-Operation. Jede Bauchoperation kann die Stabilität der Bauchwand schwächen. Bei zu starker Belastung – zum Beispiel durch schweres Heben – kann sich der Darm durch die Bauchdecke schieben. Die Bauchdecke wölbt sich in diesem Bereich nach aussen. Es gibt inzwischen neue Produkte, die speziell dafür ausgerichtet sind (konkav). Informieren Sie bitte sofort Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten!

Bei einem Darmvorfall schiebt sich der Darm durch das Stoma nach aussen und zieht sich nicht mehr selber zurück. Informieren Sie bitte sofort Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten!

Mehrmalige Verletzungen und Reizungen im Bereich der Stomaanlage können unter Umständen zu einer Verengung des Stomaausgangs führen. Der Durchmesser des Stomas verringert sich dabei stetig und erschwert die Ausscheidung, die eventuell nur noch unter Schmerzen möglich ist. Bei der Kolostomie bilden sich meist sogenannte «bleistiftartige Ausscheidungen». Informieren Sie bitte sofort Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten!

Das Stoma zieht sich trichterförmig unter das Hautniveau zurück. Ursache kann zum Beispiel eine Gewichtszunahme sein. In solchen Situationen kommt es leicht zu Hautentzündungen, da die Bauchhaut mit den Ausscheidungen in Berührung kommt. Die Verwendung eines konvexen Versorgungssystems mit Gürtel kann Abhilfe schaffen. Informieren Sie bitte sofort Ihren behandelnden Arzt oder Stomatherapeuten!

Durch zu intensive Stoma-Reinigung und mechanische Reizung kann es zu kleineren Verletzungen der Schleimhaut kommen. Diese meist harmlosen, oberflächlichen Schleimhautblutungen können gestillt werden, indem eine mit kaltem Wasser befeuchtete Kompresse aufgelegt wird. Ist dies nicht möglich, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei Blutungen aus tieferen Teilen des Darms ist in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung notwendig!

Durch die unmittelbare Nähe von Darm, Blase und Geschlechtsorganen kann es durch die Operation zu einer Beeinträchtigung der Nervenbahnen kommen, die die Funktionen dieser Organe steuern: Erektile Dysfunktion (Potenzschwierigkeiten) und häufig wiederkehrende, aufsteigende Harnwegsinfekte (Richtung Niere) sind mögliche Komplikationen.